Rückzug über die Minen der Ebene
Thomas Freitag setzt mit seinem neuen Programm einen Schlusspunkt. Denn die einstigen Zukunftsträume des Nachkriegskindes Thomas haben sich mittlerweile in Albträume verwandelt – und die Wut darüber lässt ihn nicht kalt. Mit seinem enormen schauspielerischen Talent, seiner Erfahrung und seinem Alter nimmt er die Zuschauer an die Hand und führt sie auf seinem „Rückzug über die Minen der Ebene“. Wenn er dabei kafkaesk den Affen gibt, dann nur, weil er dem Ernst des Lebens mit der Heiterkeit der Kunst begegnen will. Er entlarvt die menschliche Hybris, sich grundsätzlich dem Tier überlegen zu fühlen. Der Mensch ist keine arme Sau, nur weil er mit digitalen Errungenschaften, KI, Suchtmitteln, Reichtum und Ehre nicht zurechtkommt. Doch er ist es, der jeder positiven Errungenschaft sofort den Missbrauch folgen lässt – keine Sau würde so etwas tun. So bekommt manch einer noch einmal den Kopf gewaschen. Nicht aber das Gehirn, denn dort, so scheint es, haben andere bereits ganze Arbeit geleistet. Und da Thomas Freitags Parodien legendär sind, melden sich natürlich auch die Granden aus dem Himmel zu Wort – denn sie leiden unter dem derzeitigen Bodenpersonal am meisten. Wer den großartigen Verwandlungskünstler also noch einmal erleben will, sollte sich dieses Programm nicht entgehen lassen.